Auf der Visitenkarte des Godesberger Mietwagenbetriebs Taxi Prinz steht: „Der Kunde ist König bei T&M Prinz.“ Marketingspruch oder tatsächlich Realität? Behaupten ja heutzutage viele Unternehmen und Betriebe. Für markige Sprüche bedient der kleine Betrieb mit Sitz in der Roonstraße allerdings eine viel zu sensible Kundschaft: Onkologie-Patienten, Dialyse-Patienten, Menschen, die täglich zur Strahlentherapie am Waldkrankenhaus gefahren werden müssen. Außerdem: ältere und alte Menschen, die angewiesen sind auf diese Art von „Fahrbereitschaft“. Wie beispielswiese diejenigen, die täglich zur Tagespflege nach Lannesdorf oder auf den Heiderhof gefahren werden und am Nachmittag wieder abgeholt werden. „Wir sind ein sehr sozialer Betrieb“, meint deshalb auch Alphan Erdem (Foto 2.v.l.), der den Betrieb seit sechs Jahren gemeinsam mit Anil Akinci (Foto 2 v.r.) führt. „Wir sind die einzigen in Bad Godesberg, die diese Leistungen anbieten“, erklärt Erdem. „Das bietet die Bonner Taxi-Genossenschaft nicht an“, unterstreicht er.
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Bonner Taxizentrale (Telefon 555 555), in der der größte Teil der Bonner Taxiunternehmen organisiert ist, ist das fehlende Taxi-Schild auf dem Autodach der beigen Mercedeswagen. „Wir sind ein Mietwagenbetrieb und kein Taxibetrieb“, sagt Erdem. Und: „Auch kein Uber“, lacht er. Dennoch funktioniert manches ähnlich wie bei einem Taxibetrieb. Kunden können sich beispielsweise, „wenn`s passt und am liebsten mit Vorreservierung“ einen Wagen bestellen. Die Preise auf dem Taxometer sind dieselben wie bei anderen Taxis. Den Unternehmensnamen „Taxi Prinz“ hatten Erdem und Akinci 2020 beibehalten, als sie den Betrieb vom ehemaligen Godesberger Taxiunternehmer Johannes Prinz übernahmen. Zehn Autos und 14 Angestellte hat der Betrieb mittlerweile.
Was macht aber einen „sozialen Betrieb“ wirklich aus? Nicht nur, dass beschriebene Zielgruppen von A nach B gefahren, sondern dass die Kunden auch tatkräftig unterstützt werden: beim Gehen, im Rollstuhl oder am Rollator. Das erfordert von den Fahrern ein hohes Maß an Sensibilität und Bereitschaft, zu unterstützen, wo es notwendig ist. 85 Prozent der Kundschaft ist Stammkundschaft. Kein Wunder, schließlich kommen sich hier Kunden und Fahrer deutlich näher, als dies bei anderen Taxiunternehmen der Fall ist. Wer zum Beispiel 30 Bestrahlungstermine vor sich hat, wird nach Abschluss der Therapie die meisten Fahrer gut kennen. Das gilt zum Beispiel auch für die Kundschaft aus Bad Godesberger Altenheimen, die den Service bei „Taxi Prinz“ zu schätzen weiß.
Die vergangenen drei Monate waren für den Betrieb noch aus anderen Gründen nicht ganz so einfach. Hintergrund: das multiple Versagen der Bonner Verkehrsinfrastruktur. Es begann mit der Schließung der Nordbrücke im Juni, setzte sich fort mit der Spurreduzierung auf der Südbrücke und den technischen Arbeiten im Godesberger Straßentunnel und zuletzt durch den Wegfall von 60 Straßenbahnen, die von den Behörden wegen technischer Mängel aus dem Verkehr gezogen wurden. Deshalb war die Sorge groß, wie es nach dem Ende der Schul-Sommerferien weitergehen würde auf den Bonner und Bad Godesberger Straßen. „Nicht so schlimm, wie befürchtet“, berichtet Fahrer Dirk Drewelius (Foto links), der täglich im Einsatz ist. „Am Anfang war es sehr schlimm“, erinnert sich Erdem. „Wir mussten Routen verändern, mehr Fahrer einsetzen bei der gleichen Anzahl von Aufträgen. Von den hohen Spritpreisen ganz zu schweigen.“ Ergebnis: Erdem konnte nicht mehr alle Kundenwünsche erfüllen und beziffert den Umsatzverlust der vergangenen Monate auf rund 20 Prozent. Gute Zeiten, schlechte Zeiten.
Alle haben sich mittlerweile auf die veränderten Bedingungen eingestellt und sind guten Mutes, dass sich auch diese Probleme bewältigen lassen. Und ganz wichtig: „Es macht einfach auch Spaß, hier zu arbeiten“, erzählt Anil Akinci, der 50 Prozent der Betriebsanteile hält. Der 27-jährige hatte nach seiner Ausbildung zum Dachdecker eigentlich vorgehabt, bei der Feuerwehr einzusteigen. Doch dann kam das Angebot, Taxi Prinz zu übernehmen. Im Betrieb ist der junge Mann vor allem für die Disposition und die Abrechnung mit den Krankenkassen zuständig – aber selbstverständlich sitzt er nach wie vor auch selbst am Steuer, beruflich. „Privat bin ich hauptsächlich mit ÖPNV und Fahrrad unterwegs“, grinst er. Und bei der Feuerwehr engagiert er sich weiterhin: seit 17 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr in Mehlem.
Bad Godesberg Kompakt
Am Gleis 1 der Stadtbahnen am Haltepunkt Bad Godesberg Bahnhof finden seit vergangenem Mittwoch bis Freitagmorgen, 23. Oktober, 4 Uhr Arbeiten zum fachgerechten Ausbau von künstlichen Mineralfasern statt. Da diese unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden, müssen der Zugang sowie das Gleis in Fahrtrichtung Bonn und Köln der Linien 16 und 63 gesperrt werden.
Bereits im August sind diese Arbeiten an den Gleisen am Haltepunkt “Stadthalle” gestartet, am dortigen Gleis 1 endet die Sanierung in den kommenden Tagen, so dass die Gleise für den Umstieg zur Verfügung stehen.
Das Ein- und Aussteigen am Gleis 1 Godesberg Bahnhof ist nicht möglich. Fahrgäste, die an der gesperrten Haltestelle aussteigen wollen, fahren eine Haltestelle weiter und steigen dort in einen Zug in die Gegenrichtung um und gelangen so zur Haltestelle Bad Godesberg Bahnhof. Gleis 2 ist barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen.
Fahrgäste, die an dem gesperrten Bahnsteig einsteigen wollen, fahren mit der Bahn in die Gegenrichtung, steigen an der nächsten Haltestelle aus und fahren mit dem nächsten Zug in die ursprüngliche Fahrtrichtung zurück.
Die Initiative Industrie Bonn/Rhein-Sieg lädt für Mittwoch, 16. September, ab 15.30 Uhr zum Publikumstag auf dem Gelände des Unternehmens SGL Carbon in Mehlem ein. Die Bonner Wirtschaftsförderung ist Partnerin der Initiative. Wie sieht moderne Industrie aus? Welche Produkte entstehen in der Region? Und wo begegnen uns industrielle Lösungen im Alltag? Unter dem Motto „Industrie hautnah erleben“ präsentieren sich Unternehmen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis auf dem Werksgelände an der Drachenburgstraße 1 in Mehlem. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Eröffnet wird der Publikumstag von Bonns Oberbürgermeister Guido Déus. Zudem begrüßen Victoria Appelbe, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn, Claudia Betzing, Geschäftsführerin Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, sowie Regina Rosenstock, Leiterin des Referates Wirtschaftsförderung und Strategische Kreisentwicklung des Rhein-Sieg-Kreises, die Gäste. Gemeinsam unterstreichen sie die Bedeutung der Industrie für Wertschöpfung, Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region.
Die Industrie und das produzierende Gewerbe leisten einen wichtigen Beitrag als Arbeitgebende und Wirtschaftsfaktor in der Bundesstadt Bonn. Deshalb unterstützt die Bonner Wirtschaftsförderung aktiv die Initiative Industrie. „Wir wollen den Dialog weiter intensivieren und unsere Betriebe aktiv beim eingeleiteten Transformationsprozess begleiten“, sagt Victoria Appelbe, Wirtschaftsförderin der Bundesstadt Bonn.
Gastgeber SGL Carbon gibt Einblicke in die Welt moderner Werkstoffe. Spezialgraphite und Verbundwerkstoffe des Unternehmens kommen in unterschiedlichsten Zukunftsbranchen zum Einsatz. Mit dabei sind auch die weiteren Initiative-Unternehmen Alurit, Baumann Move, GOLDBECK, Hennecke PUR Solutions, KUHNE GROUP, LEMO Maschinenbau, Pohl Verpackungen und Röchling Industrial. Das IHK-Bildungszentrum Bonn/Rhein-Sieg und die GLW Siegburg informieren über Ausbildung, Qualifizierung und berufliche Perspektiven