Besondere Ereignisse erfordern auch schon mal eine besondere Berichterstattung. Im aktuellen Fall werden wir mit dem Start des Newsletters auf die Feierlichkeiten rund um das Thema „100 Jahre Bad Godesberg“ eingehen, die bereits am Freitagabend ab 19 Uhr in der Konzertmuschel an der Stadthalle mit diversen musikalischen Darbietungen beginnen. Auch die Newsletter-Ausgaben am Freitag und Samstag werden sich dann mit den Themen „Bad“ und „Wasser“ noch einmal aus anderer Perspektive beschäftigen – lassen Sie sich überraschen!
Zu verdanken sind diese außerordentlichen drei Veranstaltungstage vor allem den Vereinen Kunst und Kultur Bad Godesberg (KuKug) und dem Godesberger Heimatverein, die in den vergangenen Monaten unermüdlich dafür gearbeitet haben, so ein Riesenevent auf die Beine zu stellen. Was das schon mal bedeuten kann, gibt die Kukug-Vorsitzende Sabine Köhne-Kayser im Gespräch unumwunden zu: „Zwischendurch verzweifelst du schon mal, vor allem wenn`s um das Geld geht.“ Vor dem Hintergrund hat der Verein noch einmal 3.500 Euro für die Förderung der Veranstaltung beantragt, über die heute Abend die Bad Godesberger Bezirksvertretung befinden muss. „Seit der ursprünglichen Antragstellung im Januar 2026 hat sich die Planung für das Jubiläum erheblich weiterentwickelt und konkretisiert“, heißt es im Antrag. Und: „Dabei hat sich gezeigt, dass einzelne Leistungen deutlich teurer ausfallen als ursprünglich angenommen.“
Grundsätzlich konnte KuKug bereits vor fünf Jahren mit einer Riesenveranstaltung glänzen – beim Kurfürstlichen Beethovenfest. Immerhin verfügt der Verein über eine große Zahl von Ehrenamtlern, die sich ins Zeug legen. Allein am kommenden Wochenende werden rund 30 KuKug-Mitglieder an verschiedenen Orten zwischen Draitschbrunnen und Kurpark unterwegs sein – eine Zahl, die sich sehen lassen kann und Zeugnis ablegt vom hohen zivilgesellschaftlichen Engagement, das es in Bad Godesberg gibt.
„Es ist schon viel Aufwand, so etwas auf die Beine zu stellen“, kommentiert auch Iris Henseler-Unger. „Wichtig ist aber, dass wir das gemeinsam auf die Beine stellen. Und es wird für jeden Bürger und jede Bürgerin etwas dabei sein“, ist sich die Vorsitzende des Heimatvereins sicher. Das könnte zum Beispiel am Samstag, 14.30 Uhr eine Führung vom Draitschbrunnen zum Kurpark sein, die Elinor Schuckmann-Tröder anbietet – eine Zeitreise mit Überraschungen. Mit diversen Führungen und einer Ausstellung im Haus an der Redoute, Start am 16. September, wird der Heimatverein übrigens unter der Fragestellung: „Wann ist ein Bad ein Bad?“, Geschichten hinter der Geschichte nachgehen und von Mitte September bis Mitte Oktober Vorträge und Führungen anbieten.
In dem Zusammenhang ein kleiner Rückblick: „Es wird hierdurch genehmigt, dass der Name der Landgemeinde Godesberg in „Bad Godesberg“ abgeändert wird“, hieß es am 10. Juni 1926 in einem Schreiben des Preußischen Staatsministeriums an den damaligen Bürgermeister Wilhelm Josef Zander. Bekannt als Kur- und Badeort war Godesberg schon, seitdem Kurfürst Maximilian Franz von Österreich im Jahr 1790 die Draitschquelle neu fassen ließ. Um die Wende zum 20. Jahrhundert erlebte Godesberg seine große Blütezeit als Kurort. Mit der Ernennung zum „Bad“ wurde die lange Kurtradition vor 100 Jahren auch offiziell anerkannt.
Wie bereits erwähnt, startet das Jahrhundertfest schon am Freitag: Ab 19 Uhr wird zum großen Eröffnungskonzert „Bad Godesberger Glanzlichter“ an die Konzertmuschel im Kurpark eingeladen. Mit dabei sind Musikerinnen und Musiker, die Bad Godesberg verbunden sind und den Abend zu einem besonderen Auftakt machen sollen: Der Bonner Shanty Chor, Marcus Schinkel, Astatine, Uwe Arenz, Norfried Baum und andere werden dabei sein.
Die offizielle Eröffnung von „100 Jahre Bad Godesberg“findet dann am Samstag um 12 Uhr am historischen Draitschbrunnen statt – genau dort, wo die Geschichte Bad Godesbergs als Kurort ihren Ursprung hatte.Bezirksbürgermeisterin und Schirmherrin des Jubiläums, Feyza Yildiz, wird die Gäste begrüßen. Im Anschluss erfolgt eineSegnung durch Pfarrer Oliver Ploch und Pater Carlin.
Ein besonderer Moment wird außerdem die Ehrung von Helmut Fiehl sein, der sich über viele Jahre mit großem Engagement für den Erhalt und die Bewahrung der Draitschquelle eingesetzt hat. Ab 13 Uhr startet das Rahmenprogramm im Kurpark mit Musik, Geschichte, Begegnungen und vielen kleinen Zeitreisen in das Bad Godesberg von damals. Um 14 Uhr gibt es an der Konzertmuschel im Kurpark noch einmal eine kurze Begrüßung zum Beginn des weiteren Programms bis in den Abend.
Am Sonntag, 6. September findet das Jubiläumswochenende schließlich einen besonderen Abschluss: Um 17 Uhr lädt der Verein Lese-Kultur ins Rheinhotel Dreesen zum Literaturabend „Eine kleine Stadt in Deutschland“ mit Denis Scheck und Dietmar Bär ein.
Und: Ehre wem Ehre gebührt: „Es hat uns große Freude gemacht, dieses Jubiläumsfest in weiten Teilen zu planen, mitzugestalten und nun auch gemeinsam auf die Beine zu stellen. Ein solches Fest ist jedoch nur möglich, wenn viele mit anpacken, und ihre Ideen, ihre Zeit und ihr Engagement einbringen. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei der Bezirksvertretung und der Verwaltung Bad Godesberg für die Unterstützung bedanken – ebenso bei allen Partnerinnen und Partnern, Vereinen und Mitwirkenden, die sich an diesem Fest beteiligen“, heißt es seitens des Vereins Kukug. „Unser besonderer Dank gilt der Familie Kalz vom Draitschbrunnen, sowie dem Heimatverein Bad Godesberg, der dieses Jubiläum mit seinem Wissen, seiner Verbundenheit zur Geschichte und seinem Engagement begleitet.“
Apropos Ehre: Natürlich engagiert sich auch der Verein Bürger.Bad.Godesberg im Trinkpavillon an diesem Festwochenende: Am 5. September ab 13 Uhr mit einem Carillon-Konzert im Kurpark und ab 18 Uhr mit dem Auftritt von Volker Kriegsmann und Fred Prünte an der Konzertmuschel mit ihren „Bönnsche Lieder“ Zwischendurch gibt es im Trinkpavillon ab 16 Uhr ein Wassertasting und viele Infos rund um die Quelle. Der Trinkpavillon ist am Samstag, 5. September von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Bad Godesberg Kompakt
Premiere im Kleinen Theater
Die Komödie „Marilyn und Ich“ von Peter Quilter erzählt von dem Witwer Harry, der nach dem Tod seiner Frau allein in seinem Haus lebt und mit einem Poster von Marilyn Monroe spricht, das ihn an seine Frau erinnert. Als seine Kinder Scott und Laura zu Besuch kommen, bemerken sie sein „seltsames“ Verhalten. Gleichzeitig kündigt Harry an, das Familienhaus verkaufen zu wollen, was zu Konflikten führt. Das Stück erzählt humorvoll die Entwicklung einer Familie, die mit den ganz normalen Abgrenzungen, Erwachsenwerden und der Neugestaltung des Lebensabends umgehen muss. Und MARILYN ist mittendrin – sorgt für Verwirrung und hilft über Hürden. Die männliche Hauptrolle spielt der gebürtige Bad Godesberger Kai Hufnagel. Wir werden ihn in der nächsten Woche in der „Lokalen Stimme“ vorstellen. Regie bei dem Stück führt Theaterchef Frank Oppermann. Ort: Kleines Theater im Kurpark, Beginn 19.30 Uhr.
Sitzung der Bezirksvertretung
Zur ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause kommen die Bad Godesberger Bezirksverordneten im Parksaal der Stadthalle zusammen. Es erwartet sie eine lange Tagesordnung. Unter anderem stehen folgende Themen zur Diskussion und Abstimmung: Begrünung des Ria-Maternus-Platz, Erstellung eines Image- und Marketingkonzeptes für das Bad Godesberger Zentrum, die Nutzung von E-Scootern in der Fußgängerzone, die Zukunft der Bonner Bühnen – hier geht es natürlich vor allem um die Zukunft des Schauspiels in der Innenstadt, sowie die Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft. Außerdem: 12 Bürgeranträge und neun Mitteilungen der Verwaltung. Beginn ist um 17 Uhr. Die Sitzung kann auch gestreamt werden auf www.bonn.de/livestream.
Spaziergang durch Muffendorf mit Dr. Pia Heckes
Wohl kaum jemand kennt den idyllischen Ortsteil Muffendorf so gut wie die Kunsthistorikerin Pia Heckes! Heckes ist besonders mit der Muffendorfer Ortsgeschichte vertraut. Sie hat unter anderem das Buch „Muffendorf – Geschichte und Geschichten von der Steinzeit bis heute“ verfasst. Der Rundgang ist weniger ein gewöhnlicher touristischer Rundgang, als vielmehr ein ortsgeschichtlicher Spaziergang mit Blick auf Gebäude, Geschichte und Geschichten des Dorfes – und natürlich eine wunderbare Vorbereitung auf die Muffenale, die am Sonntag, 6. September stattfindet. Muffendorf besitzt mit der Kommende, den alten Fachwerkhäusern und Alt St. Martin einen außergewöhnlich gut erhaltenen historischen Ortskern. Treffpunkt ist um 17 Uhr auf dem Remi-Baert-Platz vor der Kommende Muffendorf. Der Rundgang dauert etwa eineinhalb Stunden.