Der Bonner Schriftsteller Harald Gesterkamp stellt seinen soeben erschienenen Roman „Später. Vielleicht.“ am Mittwoch, 7. Oktober erstmals der Öffentlichkeit vor. Dazu kommt der in Plittersdorf wohnende Autor um 20 Uhr in den Buchladen 46 (Kaiserstraße 46 in Bonn). Gesterkamp ist Vorsitzender der Regionalgruppe Bonn/NRW Süd des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und war im vergangenen Jahr Mitherausgeber der Anthologie „Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle)“.
In seinem eigenen Text für die Anthologie setzte er sich mit Adenauers Kanzleramtschef Hans Globke auseinander, der seine Ministeriumskarriere nahtlos von der NS-Zeit in die Bundesrepublik Deutschland transportieren konnte. In seinem neuen Roman geht Gesterkamp noch weiter zurück und erzählt – vor allem mit Blick auf Bad Godesberg – die Geschichte des ersten jüdischen Opfers des nationalsozialistischen Terrors in der Region. Der Mehlemer Metzger Josef Levy wurde 1935 von SA-Männern in seinem Geschäft überfallen und getötet.
„Mir war es wichtig aufzuzeigen, dass der Holocaust und die politische Verfolgung durch die Nazis nicht nur in großen Städten wie Berlin oder Frankfurt stattgefunden hat, sondern eben auch in kleinen rheinischen Dörfern“, sagt Harald Gesterkamp. Neben Metzger Levy tauchen in „Später. Vielleicht.“ weitere historische Figuren als Protagonisten auf, so etwa der Godesberger Zentrumspolitiker Joseph Roth. „Natürlich muss die Geschichte insgesamt historisch stimmig sein“, erklärt der Autor. „Aber in meinem Buch sind diese Personen Romanfiguren. Wie sie sprechen und in bestimmten Situationen handeln, ist dann natürlich Fiktion.“
Entstanden ist so ein dichter Roman von 290 Seiten, in dem die Eskalation der politischen Verfolgung nach 1933 am Beispiel mehrerer Familien detailliert skizziert wird. Die Juden sind nach Levys Ermordung geschockt, doch längst nicht alle erkennen die Gefahr, die auf sie zukommt. Joseph Roth und seine Freunde müssen gleichzeitig feststellen, dass die Nazis auch im katholischen Bonn nicht mehr aufgehalten werden können. Sprachlich präzise schildert Gesterkamp, wie sich der NS-Terror langsam steigert bis hin zur systematischen Vernichtung der Juden. Und wie nach dem Krieg angeblich niemand etwas damit zu tun hatte und dass auch kaum jemand Interesse daran hatte, den Mord an Levy aufzuklären. Die Handlung des Buches geht bis in die Gegenwart und beschreibt auch den wiedererstarkten Antisemitismus in der Bundesrepublik.
„Gerade in der gegenwärtigen Zeit ist das Thema des Buches hochbrisant und aktuell“, findet Gesterkamp. „Auch wenn historische Vergleiche immer schwierig sind, gibt es in der aktuellen politischen Landschaft Parallelen, was den Umgang mit Minderheiten und den Druck auf politische Gegner betrifft“, betont er.
Harald Gesterkamp: Später. Vielleicht. Roman. Rhein-Mosel-Verlag, Bullay 2026, 290 Seiten. 15,90 Euro. ISBN: 978-3-89801-495-3.
Termine:
Die Premierenlesung aus dem Buch findet am Mittwoch, 7. Oktober um 20 Uhr im Buchladen 46, Kaiserstraße 46, Bonn, statt. Die Moderation hat Holger Schwaab. Der Eintritt kostet 15 Euro, Vorverkauf in der Buchhandlung, Restkarten an der Abendkasse.
Am Montag, 19. Oktober präsentiert Gesterkamp um 20 Uhr den Roman „Später. Vielleicht.“ im Kunstverein Bad Godesberg, Burgstraße 85. Die Moderation hat dann Georg Schnitzler.
Bad Godesberg Kompakt
Der Verwaltungsvorstand der Bundesstadt Bonn hat in seiner Haushaltsklausur am Freitag, 2. Oktober, weitere Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts beschlossen. Der erreichte zweistellige Millionenbetrag reicht zur Konsolidierung des Haushalts nicht aus. Weitere Einsparvorschläge sollen kontinuierlich bis zur geplanten Einbringung des Haushalts im ersten Quartal 2027 erarbeitet werden. Im Fokus stehen auch Themen, die vor allem Bad Godesberg hart treffen könnten: Statt des in der Zukunftsagenda Bonner Bühnen beschlossenen Erhalts aller Sparten soll die Aufgabe des Schauspiels geprüft werden. Die Sparte Musiktheater (Oper, Tanz, Musical) soll erhalten bleiben, da in dieser auch das Beethoven Orchester Bonn beteiligt ist. Dadurch wird die für die Stadt Bonn wichtige Marke Beethoven bewahrt. Statt der Zentralisierung in Beuel sollen die zwingend notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen am jetzigen Standort vertieft untersucht werden. In der Umsetzung wird dies zu mehreren Bauabschnitten mit längeren Schließzeiten führen. Um die Betriebskosten weiter zu senken, werden alternative Organisationsformen für Theater und Orchester weiter vorangetrieben. Der Verwaltungsvorstand hat die Priorisierung der ÖPNV-Großprojekte fortgesetzt und sich auf den Verzicht der Taktverdichtung auf der heutigen Stadtbahnlinie 66 sowie auf den Verzicht der Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 nach Buschdorf verständigt. Angesichts des weiterhin hohen Konsolidierungsbedarfs wird die 100 Prozent-Übernahme des Kita-Trägeranteils vorerst nicht umgesetzt. Auch im Klimaplan werden über 50 Prozent der konsumtiven Mittel eingespart. Das betrifft beispielsweise Förderprogramme. Zu den jetzt beschlossenen Maßnahmen zählt unter anderem, dass 400 Personalstellen bis zum Jahr 2031 eingespart werden sollen.
Da die Fahrbahndecke auf der Horionstraße in Schweinheim zwischen der Hausnummer 47 und der Einmündung Wichterichstraße erneuert wird, muss der Bereich ab Montag, 12. Oktober, bis Dienstag, 20. Oktober, vollgesperrt werden. Betroffen sind die Busse der Linie 639. Fahrtrichtung Bad Godesberg Bahnhof/Ria-Maternus-Platz: Ab der Haltestelle „Venner Straße“ nehmen die Busse der Linie 639 eine geänderte Route über die Venner Straße, Waldburgstraße und Winterstraße zur Haltestelle „Winterstraße“. Danach geht es weiter auf dem Linienweg. Fahrtrichtung Stadtwald/Evangelisches Krankenhaus: In entgegengesetzter Richtung verkehren die Busse ab der Haltestelle „Winterstraße“ – über die Winterstraße, Waldburgstraße und Venner Straße zur Haltestelle „Venner Straße“. Von dort geht es weiter auf dem Linienweg. Die Haltestellen „Wichterichstraße“ und „Schloss Rheinblick“ in Fahrtrichtung Bad Godesberg Bahnhof werden an die Schulbushaltestelle auf der Waldburgstraße in Höhe Hausnummer 7 verlegt.
Zum Tag der offenen Tür lädt die Robert-Koch-Grundschule, Max-Planck-Straße 15, in Pennenfeld für Samstag, 10. Oktober ein. Bereits um 8 Uhr werden die Gäste begrüßt, von 8.15 bis 9.30 Uhr können interessierte Eltern mit ihren Kindern Einblicke in die Unterrichtsgestaltung der Schule gewinnen. Von 10 bis 11.30 Uhr präsentiert das Kollegium Informationen rund um den Schulalltag. Ab 12.15 Uhr beginnt dann das Schulfest, die Begrüßung findet im Atrium der Schule statt. Ein besonderer Höhepunkt dürfte dann der Auftritt von Zauberkünstler Felix Bergmann sein, der Klassiker der Zauberkunst präsentieren wird. Ein Stationslauf und eine Tombola gehören ebenfalls zum Programm. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Bei Regen finden alle Veranstaltungen im Schulgebäude statt.